Stormbringer.at – Apeiron (2009) review

WELICORUSS war erst ein Soloprojekt von Alexey “Welicoruss” Boganov. 2005 wurde eine gesamte Band daraus, und mit dem Debut “Winter Symphony” konnten die Russen erste Achtungserfolge im Symphonic Black Metal erzielen. “Apeiron” wird im Promoschrieb zwar als “zweites Full-Length-Album” angekündigt, ist mit 32 Minuten Spielzeit de facto aber eher eine EP oder Mini-CD. Und wie mir ein Blick in die Metal-Archives verrät, war ein Teil der Songs auch schon auf “Winter Symphony” zu finden. Regulär erschien “Apeiron” Ende 2009, findet jetzt aber über eine ausgedehnte Promotion auch den Weg ins restliche Europa.

WELICORUSS legen viel Wert auf symphonische Arrangements, bei denen aber auch die Gitarren eine große Rolle spielen. Dadurch versinken die Songs nicht in Keyboard-Kitsch, sondern halten auch immer die energievolle Seite hoch. Ein Musterbeispiel dafür ist “K dal’nim miram” (“To Far Worlds”), ein über sechs Minuten langer Instrumentaltrack. Mit dem Keyboard muss man sich dennoch anfreunden können, wenn man an der Musik Gefallen finden will. Durch die opulenten orchestralen Anreicherungen ist es ein unverzichtbares Element. Auch epische Hintergrundchöre – zweifelsohne auch aus der Konserve – sind ein häufig eingesetztes Mittel und stützen die bombastische Ausrichtung des Sounds nochmals.

Es findet sich auf “Apeiron” eigentlich kein schwacher Track, wobei ich zugeben muss, einen kleinen Faible für die instrumentellen Abschnitte zu entwickeln. Zwar wird durch den Gesang der Sound auch etwas dynamisiert, was wiederum für Abwechslung sorgt, doch die Stärken der Russen liegen bei den reichhaltigen Gitarren- und Orchester-Arrangements. Ich muss und kann eigentlich keine weiteren Anspieltipps nennen, da das Werk in sich sehr homogen ist und die Songs ein Level halten. Und auch technisch gibt es keine Mängel.

Zum ganz großen Auftritt fehlen zwar noch die wirklichen hochklassigen Momente, doch befinden sich WELICORUSS sicherlich auf dem richtigen Wege. Freunde eines vielfältigen symphonischen Metals (und ich lasse das Black hier mal ganz bewusst weg, da die Anteile diesmal recht gering sind!) sollten sich eine Hörprobe gönnen.

Original source:
www.stormbringer.at