MetalUnderground.at – Az Esm’ (2015) review

Der kunterbunte Kriegerhaufen von Welicoruss ist ja unserer Redaktion durchaus bekannt. Die Jungs präsentieren sich seit den letzten Jahren sehr gereift und bieten auch auf der Live Bühne eine amtliche, sehr professionelle Erscheinung. Bin ja immer ein sehr großer Fan von Bands, welche in ihrer Muttersprache singen. Welicoruss bedeutet ja eigentlich großes Rußland, zumindest wurde mir das beim letzten Aufeinandertreffen so erklärt. Aha, aber keine Angst die Jungs sind definitiv keine Nationalisten, denn zu Länderübergreifend sind die Mitglieder. Somit weit weg vom Makel mit dem viele Bands in diesem Genre behaftet sind und waren.

Musikalisch und das stand schon über die letzten Jahre in keinem Vergleich, haben die Burschen eine Spieltechnik drauf die gekonnt ins Gehör geht. Vergleichbar etwas mit den Frühwerken von Arkona, wenngleich aber eben hier und da wesentlich epischer, was aber gekonnt und nicht zu überladen klingt. Andere Szenekollegen haben hier einfach den Bogen zu sehr überspannt und das klingt nach wie vor einfach zu sehr nach Fantasykitsch. Die hier vorliegende Mischung seitens Welicoruss geht superb ins Gehör. Die markigen, dunklen, leicht Viking, mal wieder stärker Black Metal kalkulierten Linien passen gekonnt und machen viel Laune, aber es gibt auch etliches zum interessierten Bestaunen.

Die ausufernden Bombastlinien sind gut vermischt und wirken einfach nicht zu dominant. Einige Passagen mögen etwas anstrengender wirken, man muss aber hier genauer hinhören und wird feststellen, dass diese einfach als Überleitung dienen. Die Vermischung der Elemente funktioniert, Live wie auch auf Scheiblette und dies unterstreicht den aufstrebenden Schwung mit dem die Herrschaften gewappnet sind.

Selten erlebt man in diesem Generbereich Formationen, welche es schaffen solche eine tolle, als auch frische Mischung vorzulegen. Meinerseits gibt es hier kaum was zu meckern, denn die Genrefreunde werden hier von vorne bis hinten gut unterhalten. Sicherlich ist auch noch Luft nach oben hin offen, aber mit dem vorliegenden Werk servieren uns Welicoruss keine kleines Feuerchen, sondern einen Flächendeckenden Brand.

Fazit: Die Truppe ist definitiv auf dem Vormarsch und legt uns hier einen gekonnten Happen vor. Da können sich viele Pagan und Viking Bands ein Scheibchen abschneiden, denn Welicoruss haben viel durchdacht. Dudeln nie, oder überstrapazieren, nein man bietet einfach eine gut aufbereitete Mischung aus Pagan, Folk, Epic, Viking und vermischt dies mit herben Kellen.

Original source:
www.metalunderground.at