PowerMetal.de – Az Esm’ (2015) review

An Einzelheiten hat die tschechische Band WELICORUSS auf ihrem dritten Studioalbum “Az Esm'” nicht gespart. Ihre sibirischen Wurzeln bringen sie in Verbindung mit Folk und Symphonic Black Metal zum Ausdruck. Die vielen verschiedenen Elemente sind allerdings manchmal zu viel des Guten.

Der Sound ist sehr überwältigend. Zum normalen Bandaufbau kommen in unterschiedlichen Verbindungen Streicher, Digeridoo, Synthesizer, Chöre, Flöten, Trommeln und andere klassische bzw. folkloristische Instrumente, die von vielen verschiedenen Gast-Musikern eingespielt wurden. Zusätzlich ist der Hauptgesang des Sängers Alexey Boganov sehr oft um ein Vielfaches gedoppelt. Zwar wirkt es durchdringender, weil er nicht komplett growlt und streckenweise sehr clean singt, trotzdem wurde es zu oft aufeinander geschichtet. Ich empfinde das an vielen Stellen als zu viel Input. Weniger wäre in diesem Fall besser. Durch so viele Zusätze tritt der ursprüngliche Metal teils weit in den Hintergrund, obwohl er schon ohne die ganzen Zusätze guter Melodic Death und Black Metal wäre.

An anderer Stelle haben sie zu meiner Freude an übermäßiger Virtuosität gespart. Die Soli sind nicht komplett vollgepackt mit 16-tel-Läufen, sodass sie wunderbar ins Ohr gehen. Der Sopran-Gesang der Gastsängerin Alexandra Savina ist mir an manchen Stellen zu hoch, wenn sie jedoch im Hintergrund neben dem Hauptgesang zu hören ist, ergibt sich eine gute Atmossphäre. Bei den Songs mit englischen Titel wie ‘Fire Of Native Lands’ hatte ich mir erhofft, dass sie auch in Englisch verfasst sind. Leider ist dort auch nur Russisch zu hören. Sehr schade, da die Übersetzungen der Texte über Natur und das russische Heimatland sehr durchdacht klingen. Die Texte direkt beim Hören zu verstehen, wäre doch sehr viel angenehmer.

Insgesamt ein Album, produziert mit sehr viel Aufwand und Details, die es aber widerum teilweise zerstören. Für Fans der russischen Kultur, in Verbindung mit Black und Melodic Death Metal in großer Atmossphäre, ist es aber definitiv das Anhören wert.

Original source:
powermetal.de